24 Juni 2012

In den Augen der Anderen


In den Augen der anderen: Roman.
Autor: Jodi Picault
Sprecher: Nicolas Artajo, Maximilian Artajo, Irina Scholz, Philipp Schepmann, Rolf Berg 
Verlag: Lübbe Audio
Erscheinungstermin: 19. August 2011
ISBN: 978-3785745106





Kurzbeschreibung:

Mein Sohn ist anders. Aber er ist kein Mörder.« Jacob Hunt hasst die Farbe Orange. Und er hasst es, wenn sein gewohnter Tagesablauf gestört wird. Routinen sind für ihn lebenswichtig, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer autistischen Störung. Deshalb kocht Emma, seine Mutter, montags nur grüne Speisen und dienstags rote. Und längst hat sie Jacobs Besessenheit für Kriminaltechnik akzeptiert. 

Doch dann wird seine Erzieherin Jess erschlagen aufgefunden, und Jacob wird des Mordes an der jungen Frau verdächtigt. Die mühsam erkämpfte Normalität in Emmas kleiner Familie bricht zusammen. Jacob muss sich sich vor Gericht verantworten. Alle Beweise sprechen gegen ihn. Doch Emma nimmt den Kampf auf. Denn es geht darum, ihren Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren - und um die Rechte von Menschen, die anders sind. 

Die einzelnen Charaktere dieser bewegenden Geschichte werden von unterschiedlichen Sprechern dargestellt: Nicolás Artajo spricht die Rolle des unter dem Asperger-Syndrom leidenden Jacob Maximilian Artajo liest den Part des Bruders Theo Irina Scholz verkörpert die Mutter Emma Philipp Schepmann spricht den Anwalt Oliver Rolf Berg interpretiert die Figur des Detective Rich

Unsere Meinung:

Jodi Picault hat es geschafft ein heikles und ergreifendes Thema sehr gut in ihrem Roman umzusetzen. Sie schafft es die Merkmale des Asperger-Syndrom und die dadurch entstehenden Probleme der Betroffenen und vor allem deren Angehörigen zu vermitteln. Die Situation der Familie, vor allem die Isolation von der Zivilisation, und die Gefühle der Familienmitglieder werden sehr ergreifend dargestellt, so dass großes Mitgefühl bei uns aufkam. 

Jakobs Mutter wirkt am Anfang sehr stark, aber nach einer gewissen Zeit merkt man, dass sie mit der Situation ab und an auch überfordert ist. Mit dem kleinen Bruder Theo hatten wir am meisten Mitleid. Er wünscht sich ein intaktes Familienleben, indem auch er eine wichtige Rolle spielt. Stattdessen dreht sich alles um seinen kranken Bruder Jakob und die Mutter vernachlässigt ihn ein wenig. 

Nur in bestimmten Situationen merkt man, dass Theo auch wichtig ist und seine Mutter versucht für ihn da zu sein. Nicht nur die Familie von Jakob, sondern auch die anderen Protagonisten werden sehr gut beschrieben, so dass man sie sich hervorragend vorstellen kann. Es gibt sowohl sympathische Charaktere sowie unsympathische Charaktere, so dass man sich noch mehr auf die Seite von Jakob uns seine Familie stellt und noch mehr Interesse an den Ausgang der Story bekommt.

Durch viele verschiedene Andeutungen wird der Hörer verwirrt, so dass alle möglichen Personen verdächtig wirken. Man geht selber auf Mördersuche und überlegt angestrengt wer es sein könnte. Die alles entscheidende Frage jedoch im Verlauf der Story: Ist Jakob wirklich ein Mörder oder unschuldig, aber wird auf Grund seiner Krankheit für alle zum Sündenbock? 

Durch die anfängliche Verwirrung, die zur Suche des Mörders bei uns geführt hat, geriet zeitweise das Eigentliche etwas in den Hintergrund: Jakobs schwere Krankheit. Die Autorin schafft es den Leser bzw. Hörer zu verwirren, indem sie immer wieder neue Fakten präsentiert und dies immer nur Häppchenweise, so dass wir öfters wieder unsere Meinungen zu Personen oder dem Verlauf der Story geändert haben. 

Was genau geschehen ist, ist eine weitere Frage, die einen nicht loslässt. War es vielleicht gar kein Mord und wie wird das Ganze Fall gelöst? Fragen über Fragen, die uns regelrecht zum Weiterhören gezwungen haben und es blieb wirklich bis zur letzten Minute spannend. Wir hätten uns allerdings ein anderes Ende gewünscht, obwohl es eine tolle Idee war den letzten Abschnitt als einen von Jakobs Tagebucheinträgen dem Hörer näher zu bringen. 

Viele Fragen blieben für uns offen und das Ende kam etwas zu plötzlich. Was allerdings die Fantasie der Hörer anregt, da man sich einen weiteren Verlauf vorstellen kann. Wir haben uns extrem mit dem Gehörten auseinandergesetzt und auch über das Hören hinaus uns Gedanken zur Story gemacht. Wir denken das Hauptziel der Autorin wurde also erfolgreich erreicht.

Die verschiedenen Sprecher machen das Hörbuch zu einem wahren Hörerlebnis. Jeder Charakter gewinnt so an Individualität und das Ganze wirkt dadurch sehr lebhaft. Die Sichtwechsel in der Story sind durch mehrere Sprecher gut erkennbar, was bei einem einzelnen Sprecher sehr wahrscheinlich schwierig gewesen wäre. Allerdings war es schwer Jakobs und Theos Stimme zu unterscheiden. Die Stimmen sind allesamt sehr angenehm und fesseln einen, auf ihre eigene Art und Weise. 

Gefühle, Stimmungswechseln und Charakter der Protagonisten werden von jedem Sprecher hervorragend rübergebracht. Die absolut bedrückende Atmosphäre wird dem Hörer durch die Sprecher und die Beschreibungen nur zu deutlich vor Augen geführt.

Fazit:

Angehörige und Betroffene wissen mit dem Asperger-Syndrom umzugehen, aber können sich auch Außenstehende in die Situation hineinversetzen? Nach diesem Hörbuch bestimmt, da es regelrecht zum Nachdenken durch eine sehr spannende und fesselnde Story animiert.

Wir vergeben:

Kommentare:

  1. Hallo ihr zwei,

    vielen Dank für euren Besuch auf meinem Blog. Auch euer Blog gefällt mir gut, ich habe mich als Leserin eingetragen. :)

    LG Nabura

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  2. Hallo Ihr zwei Süssen,
    ihr wurdet getaggt :)

    http://thecrowthebutterfly.wordpress.com/2012/06/25/8-dinge-uber-mich-und-magische-wesen/

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